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Französische Revolution ArtikelDer Begriff Französische Revolution bezieht sich auf den historischen Zeitraum zwischen 1789 und 1799 in Frankreich, im Republikaner die Monarchie stürzten und die römisch-katholische Kirche notgedrungen radikalen Veränderungen unterworfen wurde, sie markiert eine Zäsur in der europäischen Geschichtsschreibung.
In dem Zeitraum vom 14.07 1789 bis zu dem 9.11 1799 vollzog sich der Übergang Frankreichs von der absoluten Monarchie zur Republik.
Obwohl die Republik endgültig und dauerhaft erst 1871 etabliert werden konnte, veränderte die Revolution die Gesellschaft Frankreichs und Europas grundlegend. Hier wurde das Modell der modernen Staats- und Gesellschaftsordnung geschaffen. Die Errungenschaften der Revolution wie persönliche Freiheit, Meinungs- und Pressefreiheit und Gleichheit aller vor dem Gesetz, eine unabhängige Justiz, eine gleiche Besteuerung, das allgemeine Wahlrecht, das Selbstbestimmungsrecht des Volkes, die Bindung des Staates an eine Verfassung und die Berufs- und Gewerbefreiheit sind heute fundamentaler Teil des Bewusstseins der Bürger der westlichen Demokratien, und, immerhin auf dem Papier, Grundlage des Rechtes der meisten Staaten der Erde. Die Zeit des Terrors, der Schreckensherrschaft Robespierres mit der häufig willkürlichen Verurteilung zu dem Tod auf der Guillotine steht für die negative Seite der Revolution.
Buch-Tipp: Der Verrat. Deutschland 1918/1919 Super Interessant - aber Vorsicht, dieses Buch gibt es zweimal unter verschiednen Titeln Zunächst erst einmal Vorsicht, der Text/Inhalt ist wörtlich identisch mit: " Die Deutsche Revolution 1918/1919. " vom selben Autor. Ich wusste ich nicht, dass es da zwei Ausgaben mit unterschiedlichen Titeln gibt und habe beide bestellt, was natürlich ärgerlich... |
Buch-Tipp: Die Entsäuerungs-Revolution. Endlich richtig entgiften! (Südwest Kursbuch) Hilft wirklich! Habe das Buch zufällig entdeckt und bin sehr dankbar für diesen tollen Zufall! Habe die Kur die drei vorgeschriebenen Monate durchgeführt und bin sehr zufrieden. Mein Bindegewebe wies wesentlich weniger Dellen "Cellulite" auf, mein Sodbrennen ist fast verschwunden und ebenfalls kann ich eine wesentliche Verbesserung meiner Haarstruktur... |
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Der Umsturz hatte zahlreiche Ursachen. Zu den wichtigsten gehören:
- Die Rechtfertigungskrise: Die Philosophie der Aufklärung während des 18. Jahrhunderts propagierte teilweise eine Abkehr von der absolutistischen hin zu einer demokratischen Staatsauffassung, die allgemeine Geltung von Menschen- und Bürgerrechten, den säkularen Staat sowie den Glauben an die Vernunft. Diese Philosophie entzog dem Herrschaftsanspruch von König (Gottesgnadentum) und Klerus die Grundlage.
- Das Erstarken des Bürgertums: Die ersten beiden Stände (Klerus und Adel) teilten sich die politische Macht. Bürger und Bauern waren nicht beteiligt - vor allem das wirtschaftlich erstarkte Bürgertum besaß keine politische Macht. Dies und die in den anderen Punkten aufgeführten Missstände führten zu einem dramatisch schwindenden Vertrauen in dem dritten Stand.
- Die Krise des Feudalismus: Die traditionell feudale Gesellschaftsordnung, die auf gegenseitiger Abhängigkeit beruhte, war aus dem Lot geraten, da der Adel zwar nach wie vor alle Privilegien genoss, politisch aber durch den Absolutismus keinerlei Aufgaben mehr wahrnahm.
- Die Wirtschaftskrise: Der französische Staat stand kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Zudem stiegen 1789 die Brotpreise deutlich an (1788er Missernte, strenger Winter 1788/89).
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Seit Mitte des Jahrhunderts beherrschte der kritische Geist der Aufklärung die Gesellschaft. Große Teile des Adels glaubten nicht mehr an die althergebrachten Privilegien, denen sie ihre Stellung verdankten. Die Salons, Zeitschriften, Debattierclubs und Freimaurerlogen wurden Träger der stets kritischer werdenden öffentlichen Meinung. In die breiten Schichten drangen einfache Schlagworte vor, die Gründe für und einen Ausweg aus der desolaten Situation lieferten.
Buch-Tipp: Die Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 1780-1914 Ein Buch zu dem Leben Wenn wieder einmal die berühmte Frage gestellt wird 'welches Buch würden Sie auf die Insel mitnehmen?' wäre Christopher A Bayly's 'Die Geburt der modernen Welt' (Eng. Orig. 2004 / dtsch. Übers. 2006) für mich dabei. Warum ein Geschichtsbuch auf die Insel mitnehmen? Ganz einfach: weil es eines der bislang wenigen seines... |
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Im Laufe des 18. Jahrhunderts bildete sich innerhalb des dritten Standes eine neue gesellschaftliche Schicht heraus. Aus Kaufleuten, industriellen Unternehmern, Finanzpächtern und Beamten entstand das Bürgertum.
Für die Wirtschaft Frankreichs war das Bürgertum von entscheidender Bedeutung. Adligen war es - mit Ausnahme von Kolonialgeschäften - verboten, sich in dem florierendem Handel zu betätigen, da dies als nicht standesgemäß galt; von den zunehmend unter dem Merkantilismus leidenden Bauern jedoch konnten sie kaum noch Steuern verlangen. Die ökonomische Gewichtung verlagerte sich klar zu Gunsten des Großbürgertums, gerade der niedere Adel verarmte zusehends.
Obwohl die Bürger nun das wirtschaftliche Rückgrat Frankreichs bildeten, spiegelte sich diese Bedeutung nicht in ihren politischen Rechten wieder. Der Adel war noch stets von allen Steuern befreit und vor allem hatten alleine seine Mitglieder Zugang zu öffentlichen Ämtern.
Ausdruck fand das gesteigerte Selbstbewusstsein des Bürgertums beispielsweise in den Ende des 17. Jahrhunderts entstehenden Cafés und privaten bürgerlichen Zirkeln, in denen sich Richter, Rechtsanwälte, Schriftsteller, Ärzte sowie Fachangestellte der zivilen oder militärischen Verwaltung trafen. Bald verbreitete sich in diesem Umfeld eine Diskussionskultur, für die unter anderem Voltaires Schriften zu dem englischen Parlamentarismus, Montesquieus Ansichten zur Trennung der Staatsgewalten und Rousseaus Forderungen nach Volkssouveränität entscheidend waren.
Auch absolutismuskritische Theaterstücke wie Die Hochzeit des Figaro wurden aufgeführt und ca. durch einflussreiche Persönlichkeiten am Hof des Königs von der Zensur verschont.
Buch-Tipp: Die Revolution entlässt ihre Kinder. Pflichtlektüre zu dem Thema Stalinismus und werdende DDR. . . In dem Herbst 1955 erschienen, wurde dieses von 1935 bis 1949 handelnde Buch des 1921 in Wien geborenen Leonhard rasch ein politischer Bestseller und eines der wichtigsten Bücher überhaupt zu dem "real existierenden Sozialismus" von Sowjetunion und sich bildender DDR.
Mit 13 Jahren verläßt... |
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Mit dem Aufkommen des Absolutismus war das feudale System schon lange aus dem Lot gekommen. Es basierte darauf, dass Bauern und Bürger an den Klerus und Adel Abgaben leisteten und dafür Schutz und die Aufrechterhaltung der Ordnung erhielten. Dieses Gleichgewicht verschob sich stets mehr: Durch die absolutistische Herrschaftsordnung wurden die ersten beiden Stände von ihrer Regierungsverantwortung stets mehr entlastet, während ihre Rechte fortbestanden. Adel und Klerus hatten also stets weniger Pflichten, bewahrten aber trotzdem ihre Rechte wie Abgaben und Frondienste. Der dritte Stand arbeitete mehr und mehr für Herrscher, die gar nicht mehr ihre Herrscher waren. Dieses fehlende Abhängigkeitsverhältnis wird in vielen späteren Revolutionsschriften, in denen der dritte Stand zur autarken Nation und erster wie zweiter Stand zu "Parasiten" der französischen Volkswirtschaft erklärt werden, deutlich (vergleiche zu dem Beispiel die Schriften von Abbé Sieyès).
Auch das starre Ständesystem verlor zusehends seine Rechtfertigung.
Innerhalb des dritten Stands - der von vermögenden Kapitalrentnern bis zu armen Bauern und Tagelöhnern 98 Prozent der französischen Bevölkerung umfasste - kam es zu sehr großen wirtschaftlichen Gegensätzen und damit auch zu unterschiedlichen Interessen. Während die unter dem Merkantilismus leidenden Bauern eine Befreiung von Abgaben und Frondiensten forderten, forcierte die neu entstandene Schicht des reichen Großbürgertums - insbesondere mit Blick auf England, im die bürgerliche Oberschicht großen Einfluss ausübte - ihre Forderungen auf politische Mitspracherechte.
Auch in dem ersten Stand wurden die Gegensätze deutlicher: Niederer Adel und Hochadel kämpften um die Wiederherstellung beziehungsweise Erhaltung ihrer politischen Mitspracherrechte gegenüber dem König und standen somit grundsätzlich in Opposition zu dem absolutistisch ausgerichteten Herrscher. Gemeinsam war ihnen das Interesse, keinerlei Privilegien an den aufstrebenden Teil der Bürgertums abzugeben. Die Grenze zwischen Adel und Nichtadel verschwamm außerdem, da König und Hof mit Blick auf die finanzielle Lage stets mehr Bürgerlichen gegen entsprechende Zahlungen den Eintritt in den Adelsstand erlaubten.
Buch-Tipp: Diät-Revolution. Der kalorienreiche Weg zu gesunder Schönheit! Meine erste Diät, die wirklich half und das ganz ohne Jojo-Effekt Auch ich habe mir dieses Buch "Diät-Revolution" bestellt und durchgelesen. Klar war auch ich erst skeptisch und war ab und zu zu faul mir meine Brötchen selbst zu backen. Aber da man dann eben doch irgendwann essen musste gewöhnte ich mich auch daran. Den Ess-Plan erstellte ich... |
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Das Steuersystem war veraltet und durch viele Mängel und Missbräuche belastet. Von der wichtigsten direkten Steuer, der Taille, waren Klerus und Adel befreit. Die Einziehung der indirekten Steuern lag in den Händen von Generalpächtern. Diese zogen die Steuern gegen Zahlung einer fixen Pacht selbständig ein. Die Generalpächter versuchten nun, aus den ihnen anvertrauten Gebieten das höchstmögliche Steueraufkommen herauszupressen, um ihren persönlichen Gewinn zu maximieren.
Das Haushaltsdefizit des französischen Staates nahm zwischen 1736 und 1789 rapide zu, so dass schließlich sogar ein Staatsbankrott drohte. Die Unterstützung der Unabhängigkeitskriege amerikanischer Siedler gegen den Erzfeind England traf den französischen Staatshaushalt hart, auch der Friedensschluss mit England brachte keine wirtschaftliche Erholung. In dem Gegenteil: Das industriell weiter entwickelte England überschwemmte den französischen Markt mit billigen Textilien, Industriewaren und landwirtschaftlichen Gütern, während die heimische Wirtschaft unter Missernten litt.
Eine Industrie- und eine Agrarkrise Ende der 1780er Jahre steigerten die Unzufriedenheit, und eine Missernte 1788, gefolgt von einem strengen Winter, führte dazu, dass die Brotpreise deutlich anstiegen.
Buch-Tipp: Geschichte, Bd.2, Französische Revolution bis Gegenwart Geschichte wirklich kurz und klar dargestellt Dieses Buch kann ich ca. weiter empfehlen. Ich benutze es um mein Wissen für das Abitur wieder aufzufrischen und natürlich auch noch etwas dazuzulernen.
Sellen bieten einen wirklich guten Überblick und schafft es, bis auf kleine (aber wirklich auch ca. kleine) Unstimmigkeiten, den geschichtlichen Verlauf... |
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Buch-Tipp: Highland-Saga: Das flammende Kreuz: Bd 5 Man muss einfach durch . . . Dieser fünfte Teil der Highland-Sage gehört nachdem etwas langatmigen Anfang von der Handlungsfülle her dann insgesamt doch wieder zu den besseren Teilen, wenn es auch nicht unbedingt überragend zu bezeichnen ist. Zu Beginn war ich doch ab und zu versucht, das Buch wegzulegen, weil die Handlung dann und wann einfach zu... |
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Als Beginn der Revolution wird häufig der so genannte "Sturm" auf die Bastille in Paris am 14.07 1789 (seit 1880 Nationalfeiertag Frankreichs) gesehen, der jedoch weniger ein Sturm war, als eine friedliche Übergabe, die in dem Nachhinein von Revolutionshistorikern zu dem heute berühmten "Sturm auf die Bastille" umgedichtet wurde. Der eigentliche Auslöser der Revolution war das Zusammenrufen der Generalstände und der Streit über deren Wahlmodus, infolgedessen sich der dritte Stand zur alleinigen Vertretung der Nation erklärte.
Das häufig mit der Revolution von 1789 assoziierte Hauptmotiv, die Trias "Liberté, Egalité, Fraternité" ("Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"), wurde erst zu Beginn der Dritten Republik 1871 als Devise eingeführt und in dem Nachhinein zu dem Hauptmotto der Revolution erklärt. In dem Verlauf der Revolution war diese ca. eine von vielen Dreierformeln wie "Heil, Kraft, Einheit" und "Kraft, Gleichheit, Gerechtigkeit", die man in den historischen Dokumenten aus dieser Zeit keinesfalls häufiger findet als die letztgenannten.
Die Französische Revolution markiert die gesellschaftliche Transformation von der feudalen zur kapitalistischen Gesellschaft. Zu dem ersten Mal übernahm das wirtschaftlich erstarkte Bürgertum auch die politische Herrschaft vom Adel, der bereits zuvor zunehmend an Bedeutung verlor. In der Geschichtswissenschaft wird die Revolution von 1789 als Datierung für das Ende der Frühen Neuzeit benutzt.
Nach der Erklärung des dritten Standes innerhalb der Generalstände zur Nationalversammlung, verkündeten diese 1789 auch die erste Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (französischer Originaltext: wikipédia:Déclaration des Droits de l'Homme et du Citoyen (http://fr.library.org/wiki/D%E9claration_des_Droits_de_l%27Homme_et_du_Citoyen)).
Im Verlauf der Revolution wurde König Ludwig XVI. gestürzt und zusammen mit seiner Frau, Königin Marie-Antoinette zunächst inhaftiert und 1793 durch die Guillotine hingerichtet.
Die Französische Revolution brachte dem Volk jedoch nicht die erhoffte Freiheit, sondern endete in einem Terrorregime unter Robespierre und Danton, das zunächst durch ein Direktorium und nach wenigen Jahren durch die Alleinherrschaft Napoléons abgelöst wurde (1799 beziehungsweise 1804). Napoleon krönte sich letztlich zu dem Kaiser Frankreichs, behielt aber wesentliche Errungenschaften der französischen Revolution bei und etablierte diese auch in anderen europäischen Staaten (vergleiche zu dem Beispiel Code Civil als erstes Beispiel eines bürgerlichen Gesetzbuches BGB).
Buch-Tipp: Lenin kam nur bis Lüdenscheid. Meine kleine deutsche Revolution Wie von einem anderen Stern - und doch nebenan. Richard David Precht ist in dem selben Jahr wie ich geboren. Er wuchs in Solingen auf, das nicht weit von Krefeld, meinem Heimatort, entfernt liegt. Und doch scheint es mir, als sei er auf einem anderen Stern aufgewachsen.
Seine Eltern sind stark links orientiert, meine Eltern waren eher konservativ.... |
Vorrevolution 1786 - 1789 |
Buch-Tipp: Ludwig Revolution 02 Teil 2 bleibt gut! Auch in dem sehnlichst erwarteten 2. Teil von Ludwig Revolution bleibt Kaori Yuki dem gothischen Stil und der humorvollen Stimmung treu und zeichnet einen ebenso tollen Manga, der von Erotik und Wortwitz ca. so strotzt. Besonders gut gefallen mir die stets wieder vorkommenden Bemerkungen zur Visual Kei-/Manga-Szene, was sehr für die... |
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König Ludwig XVI. und seine Minister hatten längst erkannt, dass eine Haushaltssanierung ca. auf der Grundlage weiterreichender Reformen möglich war; vor allem musste die Steuerfreiheit von Adel und Klerus aufgehoben werden. Diese verteidigten in dem Parlament von Paris und in den dreizehn Regionalparlamenten ihre Privilegien.
Mit der Berufung von Baron Anne Robert Jacques Turgot, einem Vertreter der physiokratischen Wirtschaftstheorie, zu dem Finanzminister 1774, wurde zunächst eine radikal reformistische Wirtschaftspolitik betrieben. Turgot beendete viele staatliche Eingriffe in die Wirtschaft, schuf eine einheitliche Grundsteuer für alle Stände, befreite die Bauern von einigen Frondiensten, etablierte mit der Abschaffung der Zünfte die Gewerbefreiheit, erhob eine Steuer auf Grundbesitz und gab das Privileg des Getreidehandels für alle Franzosen frei. Mit diesen Maßnahmen stieß er auf den erbitterten Widerstand der Parlamente. Nachdem er außerdem die hohen Hofhaltungskosten des Königs sowie Frankreichs Engagement in dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kritisierte, nahm Ludwig XVI. dies zu dem Anlass, Turgot 1776 zu entlassen.
Sein Nachfolger Jacques Necker, ein bürgerlicher Bankier aus Genf, betrieb eine entgegengesetzte Wirtschaftspolitik. Er nahm hohe Staatsanleihen auf, suchte die Unterstützung der Privilegierten, indem er die Wiedererrichtung der Provinziallandtage unterstützte und beeinflusste die Wirtschaft durch staatliche Eingriffe, indem er beispielsweise die Getreidepreise festsetzte. Da er jedoch - wie bereits Turgot - eine Steuerreform anstrebte, die jedoch mit Unterstützung der Parlamente vollzogen werden sollte, scheiterte er wie sein Vorgänger am Widerstand der Privilegierten und des Hofadels . Als er in einem Rechenschaftsbericht, der 100.000-mal gedruckt wurde, das Haushaltsdefizit Frankreichs veröffentlichte, entließ Ludwig XVI. auch ihn.
Seinem 1783 berufenen Nachfolger Charles Alexandre de Calonne, der ebenfalls eine Steuerreform anstrebte, war klar, dass diese sich nicht in dem Einverständnis mit den Parlamenten durchsetzen ließ. Daher berief er die Notabeln, ein 144köpfiges, vom König bestimmtes Gremium aus Männern von hoher Bildung, Rang und Vermögen. Diese jedoch verweigerten die Zusammenarbeit und forderten die Zusammenrufung der Generalstände, die der erneut zu dem Finanzminister berufene Jacques Necker auf Befehl des Königs am 5.05 1789 zusammenrief.
Buch-Tipp: Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft, Nr.25, Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Was Wissenschaft zu leisten vermag - und was nicht Wenn stets die Diskussion darauf kommt, was eine Wissenschaft zur Wissenschaft macht, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen und wie "sicher" sie sein können - ist es keine schlechte Idee, diesen Klassiker der Wissenschaftstheorie aus dem Bücherregal zu holen. Für mich war der Anlass die... |
Die Versammlung der Generalstände | |
Die seit 1614 erstmalige Zusammenrufung der Ständeversammlung Frankreichs durch König Ludwig XVI. in dem Krisenjahr 1789 gilt heute unter Historikern als der entscheidende Auslöser der französischen Revolution.
Die Einberufung der Generalstände ging bereits mit zahlreichen Zugeständnissen des Königs an den Dritten Stand einher. So besaß zu dem ersten Mal jeder männliche französische Bürger, der das 25. Lebensjahr vollendet hatte, das passive und aktive Wahlrecht, falls er sich namentlich in die Steuerliste eingetragen hatte und die Abgeordnetenzahl des dritten Stands wurde auf 621 Delegierte in etwa verdoppelt. Die Wünsche und Beschwerden der Wähler in dem ganzen Land sollten dabei den Delegierten, die in der klassischen Vorstellung ein imperatives Mandat innehatten, in Form von Beschwerdeheften ("cahiers de doléance") mitgegeben werden.
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Wahlverfahren und Zusammensetzung | |
Die Wahl der Generalstände fand auf der Ebene der königlichen Verwaltungsbezirke in drei getrennten Wahlverfahren statt, die sich für den Klerus in einer Übergewichtung niederer Geistlicher und in dem dritten Stand in einer Übergewichtung großbürgerlicher Interessen niederschlug. Dementsprechend zeichnete sich die Zusammensetzung des dritten Stands durch eine dominierende Anzahl von Personen aus dem Großbürgertum aus: So waren unter den 585 bis 621 (die Angaben dazu schwanken) Abgeordneten des dritten Stands großbürgerliche Berufe wie Rechtsanwälte, Notare, Grundbesitzer, Händler, Richter, Bürgermeister und Ärzte stark überrepräsentiert. Daneben fanden sich auch Finanzfachleute, Adlige, Angestellte der militärischen Verwaltung und nicht ausübende Priester unter den Vertretern des dritten Stands.
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Der Zusammenrufung der Generalstände wurde von allen Parteien mit sehr stark divergierenden Vorsätzen und Erwartungen entgegengesehen. Während der König den Zweck in der Beschließung neuer Steuern sah, war es das erklärte Absicht von Klerus und Adel, ihre Privilegien nicht ca. zu verteidigen, sondern auch ihre politische Bedeutung wiederzugewinnen, also eine Abschwächung des absolutistischen Systems zu erreichen.
Der dritte Stand hoffte dagegen, dass seine gewachsene ökonomische Rolle auch politisch gewürdigt werde und ihm politische Mitspracherechte in Form einer Verfassung garantiert würden. Außerdem gab man sich mit dem traditionellen Wahlverfahren nach Ständen nicht zufrieden. Die erhöhte Abgeordnetenzahl sollte auch bei der Abstimmung berücksichtigt werden, weshalb von führenden Abgeordneten des dritten Stand gefordert wurde, nicht nach Ständen, sondern nachdem Mehrheitsprinzip abzustimmen.
Der Streit über den Wahlmodus zog sich über Wochen hin, bis sich am 17.06 1789 schließlich die Abgeordneten des dritten Stands geschlossen zur Nationalversammlung erklärten, wobei sie die Abgeordneten der anderen beiden Stände aufforderten, sich ihnen anzuschließen. Teile des Adels und des Klerus schlossen sich ihnen an, mehrheitlich blieb ihr Widerstand aber ebenso ungebrochen wie der des Königs. Wegen angeblicher Bauarbeiten wurde somit das Parlamentsgebäude geschlossen, um die Arbeit der neuen selbsternannten Nationalversammlung zu blockieren. Daher zogen die Abgeordneten der neuen Nationalversammlungins nahe gelegene Ballhaus um, um dort den berühmt gewordenen Ballhausschwur zu leisten, im sie unter anderem schworen sich "... niemals zu trennen und sich überall zu versammeln, wo es die Umstände erfordern werden, solange bis die Verfassung geschaffen ist und auf festen Grundlagen beruht". Als sie sich außerdem weigerten, einen vom König verfassten Beschluss vom 20.06, der die Erklärung vom 17.06 für illegal erklärte, zu folgen, fügte sich Ludwig XVI. den neuen politischen Umständen und erklärte, die Abgeordneten sollten sich der Nationalversammlung anschließen. Da nun die politische Verantwortung wesentlich in den Händen der Nationalversammlung lag, erklärte sie sich am 7.07 zur verfassungsgebenden Versammlung ("Constituante").
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Die Revolte des dritten Stands in Paris | |
Etwa zeitgleich zur Einberufung der Generalstände begann sich auch die Stimmung in Paris unter dem dritten Stand aufzuheizen. Die Brotpreise waren aufgrund der Missernte in dem Jahre 1788 nach wie vor hoch. Als der König am 11.06 1789 den bürgerlichern Finanzminister Necker entließ, der vielen Bürgerlichen als Garant notwendiger Veränderungen galt, auch wenn seine zögerliche Reformpolitik weit hinter der seiner Vorgänger zurückblieb, gab dies den Anlass zu ersten Zusammenstößen zwischen erregten Handwerkern und königlichen Truppen. Es verbreitete sich schnell das Gerücht, der König wolle seine Truppen zusammenziehen, um die Konstituierung der neuen Nationalversammlung in Versailles gewaltsam zu verhindern. Das in Paris starke Bürgertum übernahm große Teil der Stadtverwaltung und ordnete für jeden Pariser Bezirk die Bildung bewaffneter Bürgerwehren an. Die neue Nationalgarde trug die Farben weiß und rot.===== Der Sturm auf die Bastille =====
1789 Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789
Am 14.07 1789 ziehen einige bewaffnete Pariser, verarmte Vorstädter und Bürger zu dem Pariser Stadtgefängnis, der Bastille, um Kanonen, die von Bastille-Kommandant de Launeyins Gefängnis gebracht worden waren, für die neue Nationalgarde zu konfiszieren. In der Bastille, ein Gefängnis vor allem für Adlige, wo es diesen teilweise gestattet war, Diener mitzunehmen, waren auch sehr berühmte und für die bürgerliche Revolution symbolträchtige Personen wie Voltaire inhaftiert gewesen, der dort auch einige seiner Schriften verfasste.
Zu diesem Zeitpunkt allerdings war das Gefängnis, das sich wahrscheinlich bereits in einem schlechten Zustand befand, mit Ausnahme einiger invalider Wachsoldaten und nicht mehr als zehn Gefangenen so gut wie leer.
Das bürgerliche Rathaus von Paris fragte den kommandierenden Offizier de Launey zuvor, was er zu tun gedenke, wenn sich das Stadtvolk von Paris die Kanonen mit Gewalt aneignen würde. Dieser erwiderte darauf, dass er dem Pariser Volk zwar keine Waffen aushändigen könne, aber auch keine Gewalt anwenden würde, so lange er nicht beschossen würde. Die aufgebrachte Menge vor dem Pariser Rathaus dringt jedoch mit Gewalt in die Bastille ein, wird durch die Gegenwehr der darin befindlichen Wachsoldaten überrascht und zieht sich bald darauf zurück.
Nach einigen Verhandlungen mit Delegationen von Bürgern, in denen die Bastille-Besatzung erklärt, sie werde die Bastille übergeben, falls die Bürger tatsächlich legitime Vertreter der Pariser Stadtregierung seien, kommt es dann aus heute nicht geklärten Gründen zu einer zweiten kleinen Schießerei, bei der es einige Tote und Verwundete unter den belagernden Bürgern gibt.
Die Bürger beginnen daraufhin damit, die Bestallungen und Küchen und Wagenschuppen außerhalb der eigentlichen Festung zu plündern. Um dies zu stoppen, gibt die Bastille-Besatzung einen Schuss mit der Kanone auf die Plünderungen ab, woraufhin diese allerdings ihrerseits mit zwei Kanonen zurückschießen, die inzwischen mit Hilfe einer Pariser Gardekompanie herbeigeschafft wurden. Daraufhin hissen de Launey und seine invaliden Wachsoldaten eine weiße Flagge zu dem Zeichen ihrer Kapitulation. Die Bastille wird friedlich übergeben, das Pariser Stadtvolk lyncht die in der Bastille verbliebenen Soldaten und den Kommandanten und zieht als Zeichen des Triumphes mit de Launeys Kopf durch die Straßen von Paris.
Insgesamt hat es mit etwa zehn Toten an diesem Nachmittag bedeutend weniger Tote als bei anderen vorausgegangenen Zusammenstößen zwischen königlichen Truppen und Bürgerlichen gegeben.
Während die Versammlung der Generalstände unter Historikern lange Zeit unterschätzt wurde, kommen heute viele Experten zum Schluss, dass der so genannte "Sturm auf die Bastille" zu dem Geschichtsmythos hochstilisiert wurde.
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Am 17.07 besuchte der König, der über die Vorgänge in Paris sehr besorgt war, die Stadt und heftete sich in dem Rathaus als Symbol mit der Verbundenheit zu dem Volk die blau-weiß-rote Kokarde an seinen Hut. Sie vereinte Blau, die Farbe der französischen Monarchie sowie Weiß und Rot, die Farben der bürgerlichen Nationalgarde von Paris, miteinander.
Zu diesem Zeitpunkt scheint eine Revolution mit dem König möglich. Insgeheim arbeitet Ludwig XVI. jedoch schon längst an seiner Flucht und an der Mobilisierung eines antirevolutionären Widerstands in dem Ausland. Er war entschlossen, wie die später bei der Erstürmung der Tuilerien entdeckte Korrespondenz mit dem Ausland zeigte, die Wiederherstellung der alten Ordnung Frankreichs zu forcieren.
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Die Revolution der Bauern in ganz Frankreich | |
Auch die große Zahl der Bauern in ganz Frankreich, die stets noch unter der großen Missernte von 1788 litten, ließen sich durch die revolutionäre Stimmung und Gerüchten von umherziehenden Räuberbanden anstecken. Die "Große Furcht" brach aus, in der sich die Bauern bewaffneten, Klöster und Schlösser stürmten und viele Dokumente, wie beispielsweise solche, die zu leistende Frondienste und Abgaben der Bauer regelten, vernichteten.
Die bürgerlichen Mitglieder der Nationalversammlung waren über die Nachrichten vom Land größtenteils schockiert, da sie eines der Prinzipien der frühen Revolution - das Schützen des Eigentums (eine weit verbreitete Formel lautete zu Beginn "Freiheit, Gleichheit, Eigentum") - bedroht sahen.
Etwa 100 Abgeordnete der Nationalversammlung, die sich in dem Bretonischen Klub zusammengeschlossen hatten, um ihr gemeinsames Vorgehen zu koordinieren, schlug daher vor, die Eigentumsrechte der Feudalherren zu opfern, um die bürgerlichen Eigentumsrechte zu schützen. In der nun folgende Debatte konnten sich die Abgeordneten des Bretonischen Klubs durchsetzen, alle feudalen Privilegien wie das explizite Jagdrecht des Adels, die Leibeigenschaft und die feudale Steuerbefreiung wurden abgeschafft. Jeder Bürger (citoyen) besaß von nun an gleiche Rechte und Pflichten. Das "Ancien régime" war nun endgültig Vergangenheit.;;
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Die Erklärung der Menschenrechte | |
Am 26.08 1789 verkündet die Nationalversammlung auf Vorschlag des Abgeordneten Marquis de Lafayette die aus 17 Beschreibungen bestehende Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. In ihr werden die Ideale der Aufklärung als für alle Männer und zu allen Zeiten gültige Gesetze formuliert. Insbesondere wurden darin die Rechte der Freiheit, des Eigentums, der Sicherheit und das Recht auf Widerstand gegenüber Unterdrückung postuliert. Aber auch moderne staatstheoretische Gedanken wie die Gewaltenteilung, die Volkssouveränität, Meinungs- und Religionsfreiheit und rechtsstaatliche Prinzipien finden Eingang in die Erklärung, die mit großer Mehrheit verabschiedet wird.
Auszüge:
- »Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es. Soziale Unterschiede können ca. in dem Wohle der Gemeinschaft gerechtfertigt sein (§ 1). Der Zweck jeder staatlichen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unverjährbaren Menschenrechte. Diese Rechte sind: Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung (§ 2).«
- »Der Ursprung jeder Herrschaft liegt in dem Prinzip und ihrem Wesen nach in der Nation: Keine Körperschaft und kein einzelner kann eine Autorität ausüben, die sich nicht ausdrücklich von ihr herleitet (§ 3). Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet [...]. Die Grenzen der Freiheit können allein durch das Gesetz bestimmt werden (§ 4).«
Trotz aller progressiven Elemente der Erklärung wurden Menschenrechte damals noch mit Männerrechten gleichgesetzt. Dass sie die Erklärung ca. auf Männer bezieht, wird in der Erklärung nicht ausdrücklich erwähnt, verstand sich jedoch von selbst. Als Reaktion veröffentlichte die damalige französische Rechtsphilosophin und Schriftstellerin Olympe de Gouges 1791 die Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne ("Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin"), in der sie die völlige Gleichstellung der Frau mit dem Mann forderte.
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"Links" und "rechts" entstehen | |
Innerhalb der Nationalversammlung war es bis dato noch nicht zur Parteienbildung über die klassische Dreiteilung in Klerus, Adel und dritten Stand hinaus gekommen. In dem Zuge der Diskussion um die Menschen- und Bürgerrechte kristallisierten sich aber zunehmend zwei verschiedene Lager in dem dritten Stand heraus: Das eine Lager forderte eine schnelle und konsequente Durchführung der Revolution und trat für Werte wie Freiheit, Gleichheit und demokratische Prinzipien ein. Diese "Patrioten" genannte Gruppierung besetzte nach und nach die sich vom Parlamentspräsidenten aus links befindenden Plätze des Gebäudes, um möglichst weit weg von den auf den Ehrenplätzen zur Rechten des Parlamentspräsidenten sitzenden Abgeordneten der ersten beiden Stände zu sitzen. In der obersten Reihe der Patrioten saßen die radikalsten Verfechter revolutionärer Werte wie Robespierre und Danton.
Auf der rechten Seite saßen die monarchistischen Abgeordneten des dritten Stands, die eine konstitutionelle Monarchie befürworteten, in der der König ein absolutes Vetorecht besaß. Ihnen schlossen sich die aristokratischen Abgeordneten am äußersten rechten Rand an, die eine völlige Restaurierung der alten feudalen Ordnung Frankreichs forderten.
Die bis heute genutzte Einteilung in linke Politik und rechte Politik stammt aus dieser Zeit.
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Angesichts der damals chaotischen Zustände während der Parlamentsdebatten, bei denen auch zahlreiche Zuschauer anwesend waren, setzte sich der gut organisierte Bretonische Klub, der zur Linken gehörte, bei den meisten Entscheidungen durch. Bald taufte er sich in Klub der Jakobiner um, da sie in einem Kloster des heiligen Jakobs tagten.
In der Satzung des Jakobinerklubs vom 8.02 1790 heißt es unter anderem, die Absicht der Jakobiner sei die "Einheitlichkeit von Wünschen, Grundsätzen, und Handeln der Revolution zu vollenden". Angesichts diese Absichtes und der guten internen Organisation wurde der Jakobinerklub, dem allein rund 400 Abgeordnete der Linken angehörten, in dem Laufe der Zeit eine Konkurrenz zur Nationalversammlung, im viele Anträge zunächst intern besprochen wurden, bevor sie der Nationalversammlung zur Diskussion vorgelegt wurden.==== Wahlrecht und Pressefreiheit ====
In Artikel 11 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte hieß es: "Die freie Mitteilung der Gedanken und Meinungen ist eines der kostbarsten Menschenrechte". Der Artikel sah zwar bereits auch eine Einschränkung der Meinungsfreiheit vor, die jedoch erst in dem Herbst 1791 in Kraft trat. Die meist aus ca. wenigen tausend Exemplaren pro Auflage bestehenden Zeitungen nutzten die Meinungsfreiheit ausgiebig, teilweise auch in verleumderische Weise gegen einzelne Abgeordneten und zu dem Aufruf zu Demonstrationen, um revolutionären Druck auf die Abgeordneten der Nationalversammlung auszuüben.
Über die Rechte eines Bürgers (citoyen) gab es in der Nationalversammlung einen großen Disput zwischen den Anführern der radikalen Linken wie Robespierre, die ein allgemeines Wahlrecht für alle männlichen Bürger forderten und den gemäßigten Linken wie der Abbé Sieyès, die ein Wahlrecht ca. für das männliche Besitzbürgertum forderten. Entscheidend für diese Position war die Überlegung, dass ca. ein nicht käuflicher und unabhängiger Bürger das Wahlrecht ausüben sollte.==== Die Entstehung der Nation ====
Vor der französischen Revolution wurden die Begriffe Volk und Nation synonym gebraucht, genannten also Angehörige einer durch Sprache, Kultur, und Geschichte verbundene Gruppe von Menschen. So sprach man beispielsweise auch an europäischen Universitäten von einer "deutschen Nation", "englischen Nation" aber auch "bretonischen Nation" als Nennung für die Gruppe der Studenten aus den jeweiligen Ländern.
Mit der französischen Revolution wurde der Begriff einer Neudefinition unterzogen. Ein Teil der Nation war nunmehr jeder Bürger, der sich zu den politisch-gesellschaftlichen Werten der Nation bekannte, die einen Staat bildete. Von nun an gab es also nicht mehr eine bretonische Nation, korsische Nation oder elsässische Nation, sondern ca. noch eine französische Nation, die sich zunächst nicht über eine gemeinsame Sprache oder Kultur definierte, sondern über gemeinsame Grundsätze und Werte. Jeder, der sich zu den Werten der Revolution bekannte, konnte französischer Staatsbürger werden.
Im Zuge der Bildung dieser Nation kam es zunächst zu zahlreichen Vereinheitlichungen der Rechtsgepflogenheiten und zu regionalen Bündnissen zwischen benachbarten Städten und Provinzen. Die Entstehung eines so stets dichter vernetzten Geflecht aus befreundeten Städten wurde am 14.07 1790 mit dem Fest der Verbrüderung in Paris und vielen anderen Orten gefeiert. Später war dies Ausgangspunkt für eine erneute Umdeutung des Begriffs der Nation, in der die Nation wieder auch über Sprache und Kultur definiert wurde, was in Frankreich zu einer Unterdrückung regionalistischer Sprachen und Gebräuchen führte.
Neben den bis dato bestimmenden Absichten der Revolution - Freiheit, Gleichheit und Eigentum - entstand nun der vierte, später häufig assoziierte Leitbegriff der Revolution: die Brüderlichkeit (la fraternité).==== Die missglückte Flucht des Königs ====
Am 20.06 1791 versuchte der König samt seiner Familieins benachbarte Lothringen, das von seinem habsburger Schwager Leopold II. regiert wurde, zu fliehen. Er ließ einen an die Franzosen gerichteten Brief zurück, im er seine baldige militärisch geschützte Rückkehr und die gewaltsame Auflösung der Nationalversammlung ankündigte.
Bei einer Poststation in Varennes wurde er jedoch erkannt und aufgehalten, um danach - von Angehörigen der Nationalgarde eskortiert - zur Rückkehr nach Paris gezwungen zu werden. Der so moralisch geschwächte König sah sich genötigt, einen Eid auf die neue, von der Nationalversammlung ausgearbeitete Verfassung von 1791 abzulegen, die die Herrschaft des Königs auf ein suspensives Vetorecht für von der Nationalversammlung ausgearbeitete Gesetze beschränkte.
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Konstitutionelle Monarchie oder Republik | |
Schon in der Verfassung von 1791 war ein klares Bekenntnis zur Volksouveränität enthalten,, da sie die Funktion des Königs auf sein Vetorecht sowie repräsentative Aufgaben beschränkte. Eine Republik ohne König wurde vor dessen Flucht ca. von wenigen radikal-linken und demokratischen Gruppierungen wie dem Cordeliers-Klub gefordert, dessen Mitglieder aber mangels Eigentum größtenteils nicht wählbar waren und somit auch kaum politischen Einfluss innerhalb der Patriotischen Partei gewinnen konnten.
Um die Errungenschaften der bisherigen bürgerlichen Revolution zu sichern, versuchte ein Teil der Patrioten, also des linken Flügels des Parlaments, einen Ausgleich mit dem König zu anzustreben und behauptete, der König sei von "Feinden der Revolution" entführt worden. Während der damals noch gemäßigte Jakobinerklub diese Lüge akzeptierte, forderten radikal-linke Gruppierungen wie der Cordeliers-Klub ein Amtsenthebungsverfahren gegen den König auf Grundlage einer Volksbefragung. Bei einer Demonstration am 17.07 1791 versuchten etwa 5 Tausend Handwerker und Arbeiter aus den ärmeren Schichten dieser Forderung Ausdruck zu verleihen und wurden von der revolutionären Garde beschossen. Somit kam es zur blutigen Spaltung der Patriotischen Partei, die bisher recht einvernehmlich den Gang der Revolution bestimmte.
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Gefahr einer aristokratischen Gegenrevolution? | |
Im Ausland sammelten sich zu der Zeit militärische Kräfte, die eine Gegenrevolution anstrebten. Die Möglichkeit eines jeden Menschen, der sich zu den Werten der französischen Revolution bekenne, Teil der französischen Nation zu werden, verängstigte die Adligen ganz Europas exakt so wie die zahlreichen politischen Mitbestimmungsrechte, die das Bürgertum sich erkämpft hatte. Man befürchtete, die neu gewonnene Freiheit der Bürger in Frankreich könne die ebenfalls ökonomisch erstarkten bürgerlichen Schichten anderer europäischer Länder ebenfalls zu revolutionären Unruhen anstiften und vermutete als Strippenzieher der Revolution gar den seit 1784 verbotenen aufklärerischen Illuminatenorden, der seitdem in dem Geheimen weiter operierte.
Unter Anderem sammelten sich in Worms verarmte französische Adlige aus Treue zu ihrem König zu einer militärischen Streitmacht und in Koblenz versammelten sich Mitglieder des vermögenden Hofadels um einen Bruder Ludwigs XVI.. Die in der Bevölkerung kursierenden Gerüchte einer gegenrevolutionären militärischen Verschwörung der Adligen schienen sich durch die Flucht des Königs und dessen hinterlassenden Brief zu bestätigen.
De facto hatten jedoch die meisten Fürsten aufgrund anderer kriegerischer Verwicklungen, wie dem Krieg Russlands und Österreichs gegen das Osmanische Reich 1790 und die in dem Jahr darauf folgenden nationalen Erhebungen Polens, kein Interesse an einem Krieg gegen Frankreich.
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Die neue gesetzgebende Versammlung des Jahres 1791 bestand aus Neulingen ohne Erfahrung, da die verfassungsgebende Versammlung kurz davor beschlossen hatte, dass die Mitglieder der alten gesetzgebenden Versammlung nicht wieder wählbar waren. Die Wahlen brachten als Ergebnis eine erneute Stärkung der Jakobiner und innerhalb dieser insbesondere einer Gruppe, die sich später, nach der Gironde, einer Gegend um die Stadt Bordeaux, der Herkunft vieler ihrer Wortführer wie Jacques Pierre Brissot, Girondisten nannten. Die Girondisten forderten den Krieg ebenso wie der König, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen. Während der König auf eine Niederlage Frankreichs hoffte und dem damit einhergehenden Ende der Revolution, erhofften sich die Jakobinergruppe der späteren Girondisten eine revolutionäre Kriegsbegeisterung und die kriegerische Ausbreitung freiheitlicher Gedanken in andere Teile Europas.
Der Krieg der unzureichend mit Waffen und erfahrenen Offizieren gerüsteten französischen Armee fiel mit einer zweiten Wirtschafskrise zusammen und wurde somit zu dem politischen Desaster.==== Die Sansculotten erzwingen die Republik ====
Die Sansculottes
Von den verarmten Ladenbesitzern und Handwerkern Paris' wurde vor allem die verfehlte Finanzpolitik der herrschenden Revolutionäre, speziell die Gruppe der späteren Girondisten, für die erneute Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht. Schnell schlossen sie sich zu einer sozialrevolutionären Volksbewegung, den Sansculotten (von französisch sans culottes - ohne Kniebundhose, der typischen Beinkleidung Adliger), zusammen.
Ihre Forderungen waren vor allem eine echte direkte Demokratie ohne Zensuswahlrecht und Eingriffe des Staates in die Wirtschaft, wie beispielsweise die Festlegung eines Höchstpreises für Brot. In dem Juli 1792 stürmten Sansculotten die Tuilerien, den Aufenthaltsort des Königs in Paris. Dort zwangen sie den König unter anderem, die phrygische Mütze der Jakobiner aufzusetzen. Bei der zweiten Erstürmung des Tuilierienschlosses am 10.08 1792, bei der sie die Schweizergarden des Königs bezwangen, floh Ludwig XVI.ins Gebäude der Nationalversammlung und wurde dort unter dem Druck der Sansculotten von dieser des Amtes enthoben, da diese bei der Plünderung der Tuilierien Dokumente fanden, die den Verrat des Königs an der Revolution bewiesen.
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Von der Revolution zu dem Terreur | |
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Nachdem die Nationalversammlung die Absetzung des Königs beschlossen hatte, verließen die Abgeordneten der Rechten aus Protest geschlossen das Parlament. Die nun noch verbliebene Linke spaltete sich endgültig. Diesmal jedoch nicht in links und rechts, sondern in oben und unten beziehungsweise Berg und Ebene.
Die dritte gewählte Nationalversammlung, der Nationalkonvent, spaltete sich in die Montagnarden (von französisch la montagne, Berg) oder zu deutsch Bergpartei und die aus dem Jakobinerklub ausgetretenen Girondisten, die als gemäßigte bürgerliche Revolutionäre in Opposition zu den Montagnarden standen und von diesen verächtlich als Sumpf genannt wurden.
Die mal mit Montagnarden mal mit Girondisten stimmende Mitte wurde Ebene genannt, da sie in der Nationalversammlung unter den Abgeordneten der Bergpartei aber über den Girondisten saßen. In den obersten Reihen saßen die radikalsten Wortführer der Jakobiner wie Maximilian Robespierre und Georges Danton, die zunehmend auch mit den Sansculotten kooperierten.
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Die Enthauptung Ludwig XVI. | |
Für die Republik und gegen die Monarchie stimmte der neue Konvent, eingedenk des aufgedeckten königlichen Verrats, noch geschlossen. Der erste Streit zwischen Montagnarden und Girondisten entbrannte über die Frage, wie der König zu bestrafen sei.
Eine kleine Minderheit um Robespierre forderte die sofortige Behandlung des Königs als Verräter, also dessen Tötung ohne Prozess. Die Mehrheit entschied sich für einen Prozess, wobei der Konvent als Gerichtsinstanz bestimmt wurde. Mitte Januar 1793 sprach der Konvent fast einstimmig den König des Hochverrats schuldig, aber ca. eine sehr knappe Mehrheit von einer Stimme entschied sich in einer offenen und namentlichen Abstimmung für die Todesstrafe.
Die Girondisten beantragten zunächst eine Volksbefragung zu dem Urteil und dann ein Moratorium für die Vollstreckung der Strafe. Beides wurde mit der Stimmenmehrheit der Montagnarden unter Führung der Jakobiner abgelehnt.
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Konzentrierten sich die Girondisten noch auf die äußeren Feinde der Revolution, vermuteten die von den Jakobinern angeführten Montagnarden die Feinde in dem Innern. (siehe: Terrorherrschaft)
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Napoléon Bonaparte war ein Kind der Revolution. 1789 war er bereits Offizier in der französischen Armee, ließ sich 1791 auf die Verfassung vereidigen und beteiligte sich in dem Jahr darauf bei der Erstürmung der Tuilerien in Paris. Zudem zeigt er bei der Rückeroberung aufständischer französischer Städte, wie Avignon oder Marseille, Einsatz. So wird er innerhalb von ca. zwei Jahren vom Hauptmann zu dem Brigadegeneral befördert. Als er den 1795 stattfindenden Royalistenaufstand in Paris in dem Auftrag Barras erfolgreich niederschlägt, erhält er die Kommandantur über die Armee des Inneren und in dem Jahr darauf den Oberbefehl über die Alpenarmee.
Mit dieser Armee besiegte er in einem regelrechten Blitzfeldzug von knapp sechs Monaten die österreichischen Truppen in Italien und zwang den Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation Franz II. zu dem Frieden. Italien erhielt durch Napoléon ein neues Gesicht: aus den vielen monarchischen Kleinstaaten wurden neue größere Republiken, wie die Ligurische oder die Cisalpine Republik, gebildet. Der Kirchenstaat wurde für aufgehoben erklärt und der Papst ging als Gefangener nach Frankreich.
Um die Vormachtstellung der englischen Flotte in dem Mittelmeerraum zu beschneiden plante Napoléon einen Ägyptenfeldzug, zum er in dem Mai 1798 aufbricht. Innerhalb von ca. drei Wochen erobert er zunächst Alexandria und dann Kairo, doch ca. eine Woche später schlägt Admiral Nelson die französische Flotte bei Abukir vernichtend. Napoléon bricht 1799 noch zu einem Syrienfeldzug auf, bei dem er zwar Gaza und Jaffa erobert, aber dann aufgrund großer Verluste umkehren muss. Dies tat seiner Popularität in Frankreich jedoch keinen Abbruch, als er 1799 nach Frankreich zurückkehrt, wird er als Nationalheld verehrt.
Nun nutzte Napoléon die Gunst der Stunde, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1799 stürzt er in dem Rahmen eines Staatsstreiches das Direktorium und erbezeichnet sich selbst zu dem ersten Konsul und Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos zu seinen Mitkonsulen. Er lässt sich sein Amt sogar in dem Rahmen einer, in dem Nachhinein durchgeführten, Volksabstimmung bestätigen. Dem Namen nach blieb Frankreich zwar Republik, doch Napoléon herrschte bereits wie ein absoluter Monarch.
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Siehe Zeittafel zur Französischen Revolution==Personen==
- Babeuf, François Noël, Gracchus
- Barras, Paul
- Carnot, Lazare
- Caritat marquis de Condorcet, Marie Jean Antoine Nicolas
- Danton, Georges
- de Gouges, Olympe
- Hébert, Jacques-René
- Hérault de Séchelles, Marie Jean
- Marat, Jean-Paul
- Graf Mirabeau, Gabriel de Riqueti
- Paine, Thomas
- de Robespierre, Maximilien
- Roland, Marie-Jeanne
- de Saint-Just, Louis Antoine Léon
- Sieyès, Emmanuel-Joseph
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